Mittwoch, 20. Oktober 2010

Rückblick

Sonntag, 17. Oktober 2010
Nun sind es schon 6 Wochen die ich in Irland bin. Und ja ich glaube ich kann langsam sagen, dass ich mich hier eingelebt habe und hier auch wohl fühle. In manchen Momenten kommt ein wenig  Heimweh hoch, aber im Großen und Ganzen geht es mir gut. Für mich waren es aufregende Wochen und ich habe in dieser kurzen Zeit schon viele neue Erfahrungen für mich gesammelt. 
Ich lebe nun zum ersten Mal in einer WG mit Menschen die ich vorher noch nie gesehen hatte, die eine andere Sprache sprechen und ihre eigene Kultur und Gewohnheiten haben. Das ist wirklich eine tolle Erfahrung und ich bin froh in einer WG zu leben und nicht in einer Gastfamilie. Doch auch hier war aller Anfang schwer… Ich hatte zu Beginn einige Schwierigkeiten mit Viktor aus Spanien. Ich weiß nicht ob es der Altersunterschied ist oder wir einfach nicht so gut mit einander harmonieren. Mag sein das es anfangs auch viele Missverständnisse und Sprachschwierigkeiten waren. Da sein Englisch zu Beginn noch nicht wirklich vorhanden war (er gibt sich viel Mühe und es wird nach und nach besser), hat er sich meistens auch durch Gestik und Mimik verständigt. Ich möchte da eigentlich auch gar nicht so sehr weiter darauf eingehen, da wir dann auch zu 5.ein Gespräch im Haus hatten (bei dem Julia die meiste Zeit für Viktor dolmetschen musste). Kurz zusammengefasst kann man sagen dass ich das Gefühl hatte, er bildet sich auf sein Alter (29) was ein. Als denkt er, er habe das Sagen, mehr Lebenserfahrung, dass er wüsste wo der Hase langläuft. Wenn er mit mir sprach, fühlte ich mich wie ein kleines Kind und als sei er der Vater der mir zeigen will wie es im Leben läuft.  Daraufhin habe ich dann immer jeweils mit meiner Art reagiert. Und wie sich dann lustiger weise bei dem Gespräch rausstellte, hatte er das Gefühl ich sei seine Mutter und wollte ihm dauernd Anweisungen geben.  Seit dieser ‚Aussprache‘ bin ich überfreundlich zu ihm um Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen. So richtig warm werde ich mit ihm aber wohl nicht mehr werden.     Am Anfang haben wir 5 uns dazu entschieden unser Essensgeld zusammen zulegen und gemeinsam einzukaufen und zu kochen. Was prinzipiell ja auch eine gute Idee ist. Ich habe allerdings nach über einem Monat für mich gemerkt, dass es wohl nicht so das richtige für mich ist. Es hat nichts mit den Personen an sich zu tun. Es ist nur so, dass wir in der Woche meist recht spät (so gegen um 9 halb 10) zu Abendessen und dann auch meistens etwas Warmes und dann auch recht viel. Auch wurde sehr viel Fleisch eingekauft, wie Lamm und Rind. Und ich bin im Großen und Ganzen ja schon nicht so der Fleischesser  und wenn dann esse ich meist nur Pute gerne (ja ich weiß das ich total wählerisch bin -.- ).  Jedenfalls habe ich vor 2 Wochen begonnen mein eigenes Essen zu kaufen. Ich habe lange hin und her überlegt ob ich das mache, da ich natürlich auch Angst hatte mich dadurch von meinen Mitbewohnern auszugrenzen. Und ja es stieß auch nicht gleich auf Begeisterung bei ihnen. Ein weiterer Grund für mich mein eigenes Essen zu kaufen ist, dass es eigentlich das erste Mal für mich ist selber einzukaufen. Also wirklich nur mit meinem eigenen Geld mein Essen für die Woche zu kaufen, zu sehen wie viel Geld benötige ich eigentlich, was möchte ich essen bzw. kochen, was brauche ich wirklich usw. … Klar habe ich in Deutschland auch mal mein eigenes Zeug  gekauft, aber größtenteils haben meine Eltern eingekauft  und gekocht, was toll für mich war. Nur wollte ich das jetzt in Irland mal selbst in die Hand nehmen und in der WG hat Viktor meist gekocht und wollte dabei auch nicht wirklich gestört werden. Klar hätte ich auch was kochen können, aber ich glaube die anderen hätten sich nicht so sehr über (z.Bsp.) Rührei mit Tomate gefreut ;)  Ich jedenfalls bin mit meiner Entscheidung soweit glücklich und sehe eigentlich kein Problem dadurch im Zusammenleben mit den anderen. Ich weiß dass sie sich darüber ein wenig aufgeregt haben, dass ich hier mein eigenes Zeug mache. Aber ich glaube auch hier in Irland muss ich versuchen meinen eigenen Weg zu finden und dann auch zu gehen. Natürlich auch Kompromisse eingehen, ohne mich aber selbst zu verstellen. Und ja ihr seht dass es schon bei solch kleinen Dingen anfangen kann.  Ich glaube es wird zu diesem Thema immer verschiedene Meinungen geben. Vielleicht mag mir ja der ein oder andere schreiben, der gerade in einer WG wohnt, wie ihr das regelt?!   
Das soll es ersteinmal gewesen sein.  Ich hoffe ich kann euch bald ein wenig ausführlicher über das Leben bzw. mein Arbeit hier schreiben.  Was ist ein Waldorfkindergarten bzw. was unterscheidet ihn zu anderen Kindergärten? Was halte ich persönlich davon? …. Usw. Außerdem möchte ich auch noch was über die Camphill Communities schreiben. 
Liebste Grüße aus Irland

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